Staatsminister Erwin Huber hat in Mauth das neue Otterhaus des Landesjagdverbandes Bayern offiziell eröffnet
Die zahlreichen Ehrengäste aus drei Ländern (Deutschland, Österreich und Tschechien) staunten nicht schlecht, was aus dem ehemaligen Forsthaus geworden ist, das im Jahr 1998 von der Gemeinde Mauth für rund 355 000 Mark erworben wurde. „Damals haben wir geplant, eventuell ein Rathaus zu errichten“, so Mauths neuer Bürgermeister Max Gibis. Dass es anders gekommen ist, hat er in erster Linie Richard Hoffmann und seinen Wolfsteiner Jägern zu verdanken. 2001 wurde das Haus an die Wildland, einer hundertprozentigen Tochter des Landesjagdverbandes Bayern verpachtet - und mit dem Umbau begonnen. Die Kosten dafür betrugen rund 300 000 Euro, die Hälfte davon kam aus Interreg III-Mitteln. Euregio-Geschäftsführer Kaspar Sammer sprach in seinem Grußwort aus diesem Grund auch den multinationalen Charakter des Projektes an, das genauso - wie der Otter - keine Grenzen kenne. Die anderen 150 000 Euro stammen von der Wildland und wurden u.a. mit der Jagdabgabe finanziert. Auch Staatsminister Huber zeigte sich beeindruckt. Er sprach davon, dass eine systematische Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit der Schlüssel des Erfolges sei, um bedrohten Tierarten das Überleben zu sichern. Ob Gast oder Einheimischer, alle müssten einen unmittelbaren Kontakt zur Natur bekommen und zum respektvollen Umgang mit der Natur animiert werden. „Das geschieht im Otterhaus“. Ökologische Zusammenhänge werden in zweisprachigen Ausstellungen und Vorträgen auf einfache Art verständlich gemacht. Aktuelle Naturschutzprobleme werden vorgestellt und am Beispiel des Fischotters werde zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur aufgerufen. Der bayerische Jäger-Chef Prof. Dr. Jürgen Vocke stellte die Frage, was denn die Jäger mit dem Fischotter zu tun hätten, in den Raum. Und er lieferte gleich die Antwort nach: „Der vom Aussterben bedrohte Fischotter unterliegt dem Jagdrecht. Er ist aber ganzjährig geschont“. Doch die Jäger tun mehr, als den Otter nur zu schonen, sie schützen ihn aktiv. Die Wildlandgesellschaft habe im Landkreis Freyung-Grafenau 100 Hektar Ufergrundstücke gekauft und fischotterfreundlich restauriert. Mit Erfolg: Der Bestand der Wassermarder habe sich erholt. „Die Fischer akzeptieren den Otter im angestammten Lebensraum, wenn die ökologische Balance stimmt“, so der Schatzmeister der Landesfischereiverbandes Alfred Mayerhofer in seinem Grußwort. Von Seiten seines Verbandes werde das Otterhaus als eine Stätte des Dialogs gesehen. Er begrüßte aber auch den Beginn einer DNA-gestützten Bestandsaufnahme. „Denn erst wenn wir genau wissen, wie viele Otter es gibt, können wir Maßnahmen ergreifen“. Auf die bundespolitische Ebene schwenkte MdL Helmut Brunner um. „In Berlin gibt es das Misstrauensvotum, im Regensburg wird die Forstreform offiziell gestartet und in Mauth das Otterhaus eröffnet.“ Brunner betonte die Bedeutung der Einrichtung für die Region - mahnte aber auch an, dass, wenn man eine Tierart hundertprozentig schützt, dies auch Auswirkungen auf andere Arten haben kann. „Was sind schon die paar Fische, die ein Fischotter vertilgt, im Vergleich zu den Millionen Tonnen, die aus den Weltmeeren gefischt werden?“,fragte Pfarrer Ulrich Burkhardt, der mit seinem katholischen Kollegen Probst Johannes Stoewer die Weihe vornahm. Und gab es auch hinsichtlich des Fischotterschutzes unterschiedliche Ansichten, im Dank an einen waren sich alle einig: An Richard Hoffmann, den Vater des Otterhauses.
von links: Bürgermeistr a.D. Werner Brandhofer, MdL Helmut Brunner, Staatsminister Erwin Huber, MdL Helga Weinberger und Bürgermeister Max Gibis
Staatsminister Erwin Huber bei der Eintragung in das Goldene Buch der Gemeind Mauth.
Er schrieb: “Das Otterhaus ist eine großer Gewinn für Mauth und für ganz Bayern”.

